Rassekatzenkauf

Sie haben in einem Inserat ein Kätzchen gefunden, welches Ihnen zusagt. Sie haben schon viel von Schwarzzuchten gehört und wollen diese nicht unterstützen. Doch auf was müssen Sie achten?

Was ist ein Züchter und ab wann ist es einer?

Das Wort Züchter ist zum Teil negativ belastet, es kann sich jeder so nennen und mit dem Wort assoziiert man auch die schrecklichen Massenzuchten in Osteuropa. Der Schwarzmarkt blüht und die Nachfrage nach billig generiert erst den Markt. In den Internet- oder Zeitungsanzeigen findet man oftmals relativ günstige Kitten. Meistens sind dies Mixe oder solche ohne Stammbaum und man liest den Vermerk „aus Hobbyzucht“.

In der Schweiz sind die meisten Züchter Hobbyzüchter, auch diejenigen mit Vereinszugehörigkeit. Hobbyzüchter ist laut Definition, wer nicht gewerblich züchtet. Gewerbliche Züchter gibt es in der Schweiz nur eine handvoll. Ab wann eine Zucht gewerblich ist, ist in der Tierschutzverordnung -und somit gesetzlich- geregelt. (Bei Katzen ist es ab regelmässig 5 Würfen im Jahr)

Die Hobbyzucht aber unterliegt keinem Gesetz und das heisst jeder kann Kitten haben mit oder ohne Stammbaum, Mixe etc. Wer in einem Verein Mitglied ist, hat einen Catterynamen und vom Verein her auch gewisse Auflagen an die er sich zu halten hat (z.b. ab welchem Alter eine Kätzin gedeckt werden darf, in welchem Alter die Kitten abgegeben werden dürfen, etc.)

Eine Vereinszugehörigkeit bedeutet nicht automatisch auch seriös. Leider sind in der Katzenzucht -nicht wie in der Hundezucht- keine Gesundheitstests vorgeschrieben. Informieren Sie sich über die Rasse und die möglichen genetischen Erkrankungen. Nicht jeder Vereinszüchter testet auf Erbkrankheiten, da es eben nicht vorgeschrieben ist. Lassen Sie sich nicht mit „kommt in meiner Rasse nicht vor“ abspeisen. Lassen Sie sich beim Besuch auch die Stammbäume zeigen und stellen Sie Fragen.

Hat eine Katze keinen Stammbaum, so wissen Sie nicht ob die Katze eine Inzucht ist und entsprechend hoch ist das Risiko für ein schwaches Immunsystem. Je inzüchtiger umso grösser das entsprechende Risiko krankmachende Gene zu tragen. Werden einfach zwei Katzen miteinander verpaart, so vermehren sich dann Tiere, die unter Umständen nicht 100% dem Rassenstandard entsprechen oder genetische Krankheiten tragen. Mit diesem Trend verliert die Rassekatze auch ihren Ruf gesund zu sein. Ist auch kein Wunder, wenn die Vermehrergruppe mit den ungetesteten Tieren immer grösser wird.

Gute Züchter zeigen Ihre Zuchttiere mit ziemlicher Sicherheit ab und zu an einer Ausstellung und messen sich mit der Konkurrenz. Dies bedingt auch, dass die Katzen Stammbäume haben. Züchter, die ihre Tiere an jede Ausstellung schleppen, decken nur eigene Bedürfnisse. Kaufen Sie nie ein Tier an einer Ausstellung. Warten Sie 2 Wochen und besuchen Sie das Kätzchen in der Zwischenzeit an seinem Wohnort. So können Sie sehen, wie und wo es wohnt und geben ihm auch Zeit sich vom Ausstellungsstress zu erholen.

Beim Besuch beim Züchter haben Sie dann auch gleich die Gelegenheit die ganze Zucht zu sehen. Bei einem guten Züchter dürfen Sie alle Katzen sehen. Die Katzen sind handzahm, gepflegt und machen keinen kranken Eindruck. Ein guter Züchter gibt Ihnen ehrlich Auskunft über die Rasse. Er kann Ihnen kompetent die Rassestandards erklären und weiss auch Bescheid über die Herkunft der Rasse. Das Engagement des Züchters für das von Ihnen gewünschte Kätzchen endet nicht nach dem Kauf. Achten Sie deshalb auch drauf, dass der Züchter Ihnen als Person sympathisch ist.

Der Preis einer Rassenkatze

Ein reinrassiges Katzenkind kostet je nach Rasse zwischen CHF 1000.- und 1800.-  als Liebhabertier. Zuchttiere haben einen entsprechend höheren Preis. Warum findet man dann immer wieder Tiere für CHF 300.-?

Der verantwortungsbewusste und seriöse Züchter kann nicht billiger züchten. Denn dies würde bedeuten, dass er zuerst auf die teuren Tests auf Erbkrankheiten der Eltern verzichtet und sich den Auflagen einer Vereinszugehörigkeit entzieht. Ein reinrassiges Kätzchen, mit Stammbaum und Gesundheitszeugnis, vollständig geimpft, gechipt und liebevoll in der Familie aufgezogen, kostet dem verantwortungsbewussten Züchter immer sehr viel mehr als er über den Verkaufspreis wieder zurück bekommt. Ein Wurf aufzuziehen braucht viel Zeit und Geduld. Zeitnot macht sich bei der Sozialisierung der Kitten bemerkbar.

Zwar warnen die Medien immer von Käufen aus dem Internet oder Massenzuchten, aber es wird nur der Preis verglichen und am billigsten Ort gekauft. Was zur Folge hat, dass die „Vermehrer“-Zuchten boomen -und die vorbildlich geführten Zuchten aufgeben, da sie ihre Kitten nicht mehr verkaufen können. Seriöse Züchter von Rassekatzen haben immer Bedingungen mit dem Verkauf eines ihrer Tier verknüpft. Sie wollen sicher gehen, dass sich Tiere ohne Zuchtqualität nicht fortpflanzen und möchten, dass das Kätzchen im neuen Heim die Pflege erhält, die sie für richtig halten.

Ein seriöser Züchter wählt die Käufer gut aus. Reinrassige Katzen mit Stammbaum findet man sehr selten in einem Tierheim. Dies auch, weil sehr viele Züchter ihre Katzen auch wieder zurück nehmen, sollte sich die Lebensumstände vom Käufer drastisch ändern. Der Verkauf wird mit einem Vertrag beschlossen. Viele Vereine bieten auch fixfertige Vertragsvorlagen an und es lohnt sich immer, das Wesentliche schriftlich festzuhalten.

Der hohe Preis bedeutet nicht automatisch hohe Qualität. Darum Augen auf beim Katzenkauf.

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